Wie du im Diözesanarchiv in Krakau gut zurecht kommst

Erzdiözese Krakau

In der letzten Zeit war ich paar mal in dem Diözesanarchiv in Krakau und möchte dir kurz erzählen wie dort die Arbeitsverhältnisse aussehen.

Kirchenbücher

Wie in jedem (Erz)Diözesanarchiv, auch in diesem findest du Dokumente, die breit gesehen mit der katholischen Kirche verbunden sind. Die krakauer Diözese gehört zu den ältesten in Polen und verfügt über zahlreiche, manchmal sehr alte Dokumente, die weit bis zu dem XV. Jh. reichen.

Für den Ahnenforscher wichtig sind vor allem die Kirchenbücher. Oder besser gesagt – Duplikate der Kirchenbücher, genau wie auch in den meisten Diözesen. Es gibt leider keine online Datenbank, wo man die Bestände durchsuchen könnte. Die Ausdehnung des Erzbistums ist bei Wikipedia gut beschrieben, man muss aber in einer E-Mail nachfragen, ob dort bestimmte Urkunden verfügbar sind.

Wo findest du das Archiv?

Das Archiv befindet sich in der Stadtmitte, in dem Gebäude der krakauer Erzdiözese, unter der Adresse Franciszkańska 3. Diese Adresse ist in Polen auch den Leuten gut bekannt, die noch nie im Krakau waren. Jedes mal, wenn der Papst Johannes Paul II Polen besucht hat, hat er immer unter dieser Adresse gewohnt. Am Abend, so gegen 21 Uhr erschien er immer in dem Fenster direkt über dem Eingangstor und hat ein kurzes, spontanes Treffen mit den unter dem Fenster gesammelten Jugendlichen veranstaltet. Als der Papst Franziskus während der Weltjugendtagen im Sommer 2016 Krakau besucht hat, hat er das gleiche getan.

Man geht durch den Tor, sagt kurz dem Pförtner wohin man will („do archiwum“) und noch vor dem Hof geht man rechts. Dann geht man durch eine Glastür, wieder rechts und schon befindet man sich in dem Archiv 🙂 Es besteht eigentlich aus zwei Räumen: aus einem Warteraum / Vorzimmer (der auch als Garderobe dient) und aus dem eigentlichen Arbeitsraum.

Wie arbeitet man in dem Arbeitsraum?

Der Arbeitsraum ist leider ziemlich klein, es können hier max. ca. 15 Personen arbeiten. Du bekommst auch wenig Platz auf dem Tisch, weil gleich neben dir eine andere Person arbeitet, die Tische werden nicht getrennt. Man sitzt wie in einer Schulbank, 2-3 Schulbänke sind aneinander zusammen herangerückt.

Wenn du das erste mal im Kalenderjahr kommst, musst du einen Zettel mit Personaldaten ausfüllen und einen Personalausweis vorführen. Dann kannst du schon die Dokumente bestellen. Du sagst einfach der Nonne welche Kirchenbücher du bekommen willst und innerhalb wenigen Minuten hast du sie schon auf dem Tisch. Du brauchst keine Leihzettel ausfüllen, es gibt auch keine lange Wartezeiten, was schon ein großer Vorteil ist. Du bekommst auch gleich eine große Mappe (ca. 15-20 cm dick) mit mehreren Jahrgängen der Urkundenbücher.

Du darfst Bilder machen, wie es aber mit dem Blitzlicht aussieht, weiß ich nicht. Man darf es vermutlich nicht verwenden, es ist aber auch nicht nötig, weil es Tischlampen gibt, die man flexibel einstellen kann.

Was sollst du noch beachten?

Ein großer Nachteil sind die Arbeitszeiten – zwischen 9:00 – 13:00 Uhr, also nur 4 Stunden am Tag! Es ist auch empfehlenswert auf der Homepage zu überprüfen, ob es nicht irgendwelche kurzfristige Änderungen gibt, wie Ferien- oder Feiertagspausen. Es kann aber sein, dass du (wie ich mal) Pech hast und das Archiv unverhofft wegen Grippe geschlossen findest. Ich denke aber, dass es eine seltene Ausnahme war.

Und jetzt – geh die Stadt besichtigen!

Nachdem du fleißig im Archiv gearbeitet und die lange ersehnte Informationen gesammelt hast, kannst du die Stadt besichtigen (falls du es schon nicht früher getan hast) 🙂 Es ist wirklich sehr empfehlenswert: zahlreiche Museen, Kirchen, Restaurants oder Geschäfte stehen zur Verfügung. Egal wann du kommst oder ob du schon die Stadt kennst, es ist immer etwas neues zu entdecken. Gute Reise!

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