Meine „Schlüsselmomente Ahnenforschung“

Bei dem Blog „Archivbegleiter“ gibt es jetzt eine Blogparade, und ich wurde zu der Teilnahme eingeladen. Ich nehme dabei sehr gerne teil, obwohl Blogparaden neu für mich sind. Aber da lerne ich wieder etwas dazu 🙂 Willst du auch teilnehmen? Kein Problem, bis zu Ende August hast du noch Zeit.

Das Thema ist auf den ersten Blick selbstverständlich und einfach – ich habe doch schon zig mal über meinem Hobby erzählt. Aber wenn ich es jetzt irgendwie ordentlich aufschreiben soll, denke ich anders darüber.

Ich glaube, dass ich mich mit der Ahnenforschung befasse, weil ich.. keine andere Wahl hatte 🙂 Die Gründe sind wie folgt:

  • ich habe 25 Jahre in einem Haus gewohnt, das noch mein Urgroßvater um 1900 gekauft hat. Meine Eltern wohnen dort immer noch.
  • das Haus wurde nie geplündert oder verbrannt, selbst, als die Russen 1945 kamen (obwohl es kurz davor war). Meine Ahnen-Linie hat das Haus nie verlassen, es sind also sehr viele Dokumente, Rechnungen, Korrespondenz, Möbel oder Fotos geblieben.
  • mein Vater geht mit diesen Dokumenten sehr behutsam um, ab und zu durchsucht er die Bestände und kommt immer wieder mit einer „Neuigkeit“.
  • alle Vorfahren, die ich bis jetzt finden konnte stammen aus Oberschlesien, und zwar zwischen Oppeln und Kattowitz. Es ist also nicht schwierig die Orte und Archive zu besuchen, oder Friedhöfe zu finden.
  • es wird immer viel von den alten Generationen erzählt. Meine Eltern haben ihre Großeltern gut in Erinnerung, es gibt zahlreiche familiäre Anekdoten die bei jeder Feier erzählt werden. Ich habe auch vieles von meiner Großmutter erfahren, als sie noch lebte.

Bei meiner Großmutter Anna habe ich auch das erste mal einen Stammbaum gesehen, das ihr Bruder erstellt hat (das Beitragsbild). Und das war eben der erste Schlüsselmoment! Da wurde meine Neugier geweckt – wer waren diese Leute, wo sie gewohnt haben, ob man da noch welche hinzufügen kann? Wie sieht es mit den Vorfahren in anderen Linien aus?

Diese Großmutter, und genauer gesagt ihr Kochbuch hat noch dazu gebracht, dass ich Sütterlin gelernt habe (ein weiterer Schlüsselmoment!). Als Kind habe ich immer Ihr Kochbuch auf dem Tisch gesehen, besonders wenn sie etwas backte. Kochen konnte sie sehr gut und anscheinend auswendig 🙂 Nachdem sie 1994 gestorben ist, habe ich das Kochbuch mitgenommen, konnte es aber nicht lesen. Dann aber nach und nach gelang es mir immer mehr Wörter zu erkennen. Und ich habe mich entschlossen das ganze Kochbuch zu überschreiben und ins Netz zu stellen. So entstand die Seite rezepteausschlesien.com, wo ich die Rezepte vorstelle 🙂 Dann hat sich ein Verlag gemeldet und einige Rezepte veröffentlicht. Und 2016 habe ich das gesamte Kochbuch als E-Buch bei Amazon zugänglich gemacht. Eine große Karriere eines kleinen schlesischen Kochbuches! 😉

Für mich ist es sehr wichtig zu wissen wer meine Vorfahren waren, wo sie gelebt haben und was in ihren Leben passierte. Somit ist die trocken in der Schule gelernte Geschichte (die ich nie mochte) viel interessanter geworden. Es ist sehr spannend zu entdecken wie die Geschichte-Schlüsselmomente das Leben meiner Familie verändert haben.

Und als gläubige Katholikin bin ich fest davon überzeugt, dass ich meine Ururur..Eltern und sonstige Familienmitglieder eines Tages wieder treffen werde. Es ist schon ein wenig verrückt, weil ich mir schon langsam die Fragen vorbereite, die ich ihnen stellen will 🙂 Natürlich weiß ich nicht wie die meisten aussehen, aber ich glaube, wir finden uns schon im Himmel wieder 🙂

Was ich auch für dich und deine Vorfahren hoffe!

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