Beisetzung der 366 Soldaten

Schon wieder habe ich ein Bericht über der Beisetzung der Wehrmachtssoldaten auf einem Friedhof in Polen. Dieses mal handelt es sich um 366 Soldaten (davon nur 1 identifiziert) die auf 43 verschiedenen Stellen in Großpolen gefunden wurden.
Sie wurden am 05.11.2010 im Deutschen Soldatenfriedhof Milostowo in Poznan im Beisein von Vertretern des Deutschen Volksbundes und des Vereins POMOST e.V. aus Poznan beigesetzt.

Auf der Internetseite des Vereins POMOST gibt es einige Bilder aus der Beisetzung.

Tomasz Czabanski, der Leiter von POMOST sagt:

„bei der Exhumierung arbeiten auch Geschichte- und Archäologie-Studenten, sowie Absolventen. Unsere Arbeit heisst die Geschichte zu entdecken, wir werden aber auch oft mit dem Leiden konfrontiert. Manchmal werden in den Massengräbern auch Leichen von Frauen und Kindern entdeckt.“

Ein Bericht (in polnisch) gibt es auch bei epoznan.pl.

Pommern 1945

Bei der Übersetzung des letzten Artikels habe ich die Internetseite Pomorze1945.com entdeckt. Sie wird von einer Such- und Forschungsgruppe betreut, die (bis jetzt) keine formelle Organisation darstellt. Es sind Mitglieder der Stettiner Gruppe der Gesellschaft für Militärarchäologie „Pomorze” und Spezialisten vom Institut für Gerichtsmedizin der Pommerschen Medizinakademie in Stettin. Seit über 20 Jahren werden Soldatenleichen exhumiert, in enger Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden und deutschen Organisationen (insbesondere dem VDK).

Wer sich also für die Kriegsgeschichte in Pommern oder nach vermissten Soldaten in dieser Gegend interessiert, der soll die Seite unbedingt besuchen.
Es werden dort Sucheinsätze beschrieben (mit Fotos), Soldatenfriedhöfe vorgestellt und Kämpfe in 1945 erklärt (nur in polnisch). Nicht zu unterschätzen ist auch die Suchfunktion für schon entdeckte Soldaten.

Gräbersuche in Breslau

Über die Möglichkeit online nach verstorbenen und bestattenen Verwandten / Bekannten in Friedhofsdatenbanken verschiedener Städte zu suchen habe ich schon berichtet.  Heute möchte ich Ihnen diese Möglichkeit für Breslau annähern.

Unter der Adresse http://umwportal.um.wroc.pl/portal/pl/zmarli befindet sich eine Suchmaske für die Friedhöfe: Grabiszyn, Osobowice, Psie Pole, Pawłowice, Jerzmanowo, Leśnica. Andere sind NICHT enthalten!

Die Suchmaske sieht so aus:

Angenommen, wir suchen eine gewisse Emma Müller. Continue reading Gräbersuche in Breslau

Vermisstenliste von Marienburg

Vor einiger Zeit habe ich über dem neulich entdeckten Massengrab in Marienburg berichtet. Die Toten haben wohl ihre Ruhestätte auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo bei Stettin gefunden, aber die Geschichte geht wohl weiter. Letztens bin ich auf die offizielle Gemeinde-Vermisstenliste von Marienburg gestoßen.

Diese Liste wurde in dem Jahr 1960 von der offiziellen Meldestelle in Lübeck erstellt, ist nach Straßennamen sortiert und auf 245 Seiten beinhaltet 1840 Namen. In dem Massengrab wurden 1800 Toten gefunden – heißt es, dass die Liste das Geheimnis lüften wird? Das müssen die Historiker beurteilen, es wäre aber für die Familien eine wichtige Information.

Hier können Sie lesen, was Bild.de (!) dazu schreibt:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/10/marienburg-massengrab/liste-der-opfer.html
und hier können Sie selbst in der Liste stöbern:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/10/marienburg-massengrab/liste-uebersicht.html

Gedenktafel in Pommern

Wie ich schon in meinen Urlaubserinnerungen erwähnt habe, in Pommern gibt es immer mehr Gedenktafel auf alten, deutschen Friedhofen. Es ist schön, dass jetzt in Polen solche Initiativen statt finden, die Verwirklichung sieht leider (in meinen Augen) nicht so schön aus.

Ich habe Bilder auf den Friedhöfen in Neuhof (Będlin) und Wutzig (Osiek Drawski), beide im Kreis Dramburg (Drawsko Pomorskie) gemacht.

Neuhof (Będlin):
Friedhof in Neuhof

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Tote aus Marienburg

Im Oktober 2008 wurde in Marienburg (Malbork) ein Massengrab entdeckt. Die genaue Zahl der Toten ist schwer zu ermitteln, aber es sind über 2000. Darunter sind 1000 Frauen, 380 Männer, 377 Kinder und über 350 Menschen, deren Geschlecht und Alter nicht bestimmt werden konnten.
Der Zustand der meisten Gebeine lässt vermuten, dass diese Menschen durch Krankheiten, Unterernährung oder Erfrierungen gestorben sind. Angesichts der Zeitumstände ihres Todes waren es wahrscheinlich überwiegendend deutsche Zivilisten, die zwischen Januar und März 1945 ums Leben kamen.

Am 14. August 2009 wurden die Toten auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo bei Stettin bestattet. Geistliche aus Polen und Deutschland sowie weitere 300 Personen nahmen an der Trauerfeier teil.

Mehr Infos auf der Seite des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge:
Wer sind die Toten von Marienburg?
Heftige Reaktionen
Wenige Hinweise auf Waffeneinsatz
Letztes Geleit für Marienburger Tote

Andere Pressemitteilungen bei:
www.nachrichten.at
www.heimatkreis-marienburg.de
polskaweb.eu