So findest du alte Gräber wieder

Ich habe schon darüber berichtet (auch kurz hier 2009, als man damit begonnen hat), dass es möglich ist die alten Gräber wieder zu finden. Immer mehr Friedhöfe tragen die Daten in ein EDV-System ein, die Datenbank wird dann von dem Betreiber online gestellt. Momentan werden in der Datenbank Grobonet fast 600 Friedhöfe in ganz Polen mit 2,3 Millionen Namen erfasst.

Ich habe schon in meinem E-Buch das System Grobonet beschrieben, ich sehe aber, dass sich die Suchmaske etwas geändert hat. Schon wieder ein Punkt für die Überarbeitung des Buches 🙂 Ich möchte nur ganz kurz erwähnen, dass die bisherigen Leser erhalten die neue Version völlig kostenlos! Continue reading So findest du alte Gräber wieder

Einwohnerverzeichnis aus Posen 1870-1931 online (mit Videoanleitung)

Einwohnerverzeichnis Posen

Ich habe für Euch wieder eine Interessante Informationsquelle gefunden 🙂 Wenn jemand Personen sucht, die zwischen 1870-1931 in Posen gewohnt haben, bitte genau zuhören.

Karteien

Das Staatsarchiv Posen stellt Karteien aus dem Einwohnerverzeichnis online. Bei szukajwarchiwach.pl gibt es alle Karteien (1091 Kartons mit je 850 – 1000 Karteien!, Buchstaben A-Z), auf der Seite e-kartoteka.net sind sie schon teilweise indexiert.

Laut der Beschreibung auf der Seite e-kartoteka.net, alle Namen sollten bis Ende 2015 indexiert werden, es ist aber wohl etwas schief gegangen 🙂 Die Indexe gibt es bis zu dem Buchstaben „P“ (genau bis zu dem Namen Plewke). Sonstige Namen gibt es wie gesagt bei szukajwarchiwach.pl. Die Links führen auch nicht unbedingt direkt zu der gesuchten Kartei. Ich habe für Euch ein Video aufgenommen und zeige wie man beide Internetseiten nutzt um die gesuchten Daten zu finden. Continue reading Einwohnerverzeichnis aus Posen 1870-1931 online (mit Videoanleitung)

Lebende Familienmitglieder in Polen finden

Nadel im Stohhaufen

Ein Ahnenforscher beschäftigt sich hauptsächlich mit der Suche nach den Vorfahren und geht tief in die Vergangenheit. Wenn dann aber aus dem AHNENforscher ein FAMILIENforscher wird, kommt die Frage nicht nur nach der Vergangenheit, aber auch nach der Gegenwart.

Wie man die noch lebende Familienmitglieder sucht habe ich auch in meinem E-Buch beschrieben, hier noch mal eine Zusammenfassung. Ich möchte Dir 8 Tips geben, um die Suche nach der immer noch in Polen lebenden Familie zu erleichtern.

1.  Finde alle möglichen Informationen in alten Urkunden

Die noch in Polen lebende Angehörigen haben einen Vorfahren, der mit Dir verwandt ist. Hast Du wirklich alles überprüft, was ihn betrifft? Achte auch auf Informationen, die irgendwo nur einmal oder am Rande vermerkt wurden. Ein Stempel auf der Geburtsurkunde mit dem Vermerk, wo diese Person geheiratet hat. Ein Zufallsfund, wo der Vorfahre als Taufpate MIT Wohnort angegeben wurde usw. Continue reading Lebende Familienmitglieder in Polen finden

Online Bestände des Staatsarchiv Stettin

Staatsarchiv Stettin - Liste der online Bestände

Auch das Staatsarchiv in Stettin stellt seine Bestände ins Netz. Auf der Internetseite wird zwar geschrieben, dass die Scanns auch bei szukajwarchiwach.pl zu finden sind, aber die wenige Versuche, die ich gemacht habe haben gezeigt, dass es wohl nicht immer der Fall ist.

Unter dem Link http://www.szczecin.ap.gov.pl/iCmsModuleArchPublic/showDocuments/nrap/65 in der linken Spalte befindet sich die vollständige Liste der digitalisierter Bestände (unter „Katalog materiałów zdigitalizowanych“). Darunter sind folgende Akte zu finden:

  • Museum des Stargard-Landes (Muzeum Ziemi Stargardzkiej)
  • Repatriierungsamt  (Powiatowy Urząd Repatriacyjny w …)
  • Bezirksgericht (Sąd Obwodowy w …)
  • Standesamt (Urząd Stanu Cywilnego w …)

Continue reading Online Bestände des Staatsarchiv Stettin

Oberschlesische Genealogische Gesellschaft (Górnośląskie Towarzystwo Genealogiczne) „Silius Radicum“

Katowice / Kattowitz

Auch in Oberschlesien ist eine genealogische Gesellschaft „Silius Radicum“ tätig. Sie konzentriert sich auf dem Gebiet um Kattowitz (grob bezeichnet) und arbeitet mit dem Staatsarchiv in Kattowitz zusammen.

Digitalisierung der Urkundenbücher

Diese Zusammenarbeit ist wohl für den Internet-Ahnenforscher von großer Bedeutung, weil die Mitglieder bei der Digitalisierung der Urkundenbücher helfen. Das Archiv selbst macht es nach eigenem Plan natürlich auch, aber die Gesellschaft bearbeitet Urkunden, die (noch) nicht in dem Plan stehen. Und was sehr interessant ist – die Scanns werden online gestellt!  Weil es aber wie gesagt keine „offizielle, planmäßige“ Arbeit des Staatsarchivs ist, befinden sich die Scanns in der Datenbank szukajwarchiwach.pl NICHT.

Eine Liste der gescannten Dokumente finden Sie hier: http://siliusradicum.pl/ksiegi-metrykalne/ (mit einer deutschen Beschreibung der Tätigkeit). Es werden grundsätzlich katholische, evangelische und jüdische Urkunden aus den Jahren 1800-1874 (also bis zur Entstehung der Standesämter) bearbeitet. Es sind Duplikate der Kirchenbücher, die damals an die zuständige Gerichte abgegeben wurden.

Die Dateien werden bei Dropbox aufbewahrt, können aber frei runter geladen werden. Es ist auch sinnvoll alle Bilder erst runter zu laden und dann auf dem eigenen Rechner durchsuchen.

Namensindexe

Einige der Urkundenbücher wurden auch indexiert: http://siliusradicum.pl/zasoby/indeksy/. Momentan betrifft es nur Beuthen (Bytom), Alt Tarnowitz (Stare Tarnowice), Gleiwitz (Gliwice) St. Bartholomäus und Zyglin (Żyglin) bei Georgenberg (Miasteczko Śląskie).

Die Indexe werden im Form von Excel-Dateien dargestellt.

Forum

Wer polnisch spricht, kann auch in den Diskussionen bei dem Forum teilnehmen: siliusradicum.pl/fora/.

Warum „Silius Radicum“?

Von Anfang an hatte ich ein Problem mit dem Namen, weil ich mir ihn nicht merken konnte 🙂 Und wusste auch nicht was es bedeutet (Latein bin ich nicht mächtig, obwohl es mir in diesem Fall auch nicht weiter geholfen hätte). Es gibt aber eine Erklärung dafür:

„Schlesische Wurzeln“ heißt Latein „radices silesienses“. Durch ein Wortspiel ist dann „Silius Radicum“ entstanden 🙂 So rätselhaft und geheimnisvoll, wie die Ahnenforschung selbst 🙂

 

Standesamtsurkunden – was hat sich in den Abschriften geändert?

GU

Ich möchte wieder das Thema „Abschriften“ ansprechen. Es hat sich einiges seit der Veröffentlichung der früheren Posts (gekürzte Heiratsurkunde, , gekürzte Geburtsurkunde, vollständige Geburtsurkunde) zu diesem Thema geändert, andere Sachen habe ich neu entdeckt.

Erstens – die Formulare wurden geändert.

Die neuen sehen etwas „moderner“ aus, hier können Sie das Muster der gekürzten Geburtsabschrift sehen und hier der vollständigen (erste Seite, zweite Seite). Der Datenumfang ist gleich geblieben.

Internationale, gekürzte Abschriften

Ich wusste es nicht früher, aber es gibt so was wie die Internationale gekürzte Urkunden, die nicht mehr übersetzt werden müssen. Sie sind zweisprachig (hier: polnisch und französisch), aber laut der Konvention Nr. 16 (die im Wien am 08.09.1976 erstellt wurde) solche Dokumente werden in mehreren Ländern anerkannt, u.a. in Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Frankreich, Holland, Luxemburg. Die Gebühr ist gleich wie für eine „normale“ gekürzte Anschrift, 22,00 PLN (ca. 5,00 EUR). Wenn die Behörden also nach einer Urkunde verlangen fragen Sie immer, ob dieses Dokument in Ordnung wäre. Dann sparen Sie an den Übersetzungskosten und natürlich Zeit.

Das zuständige Standesamt ist nicht mehr so wichtig

Seit dem 01.03.2015 ist es theoretisch möglich, in jedem Standesamt in Polen beliebige Unterlagen zu beantragen. Es wurde ein EDV-System eingeführt, das die Bestände aller Ämter umfasst und es soll keine Rolle mehr spielen ob Sie die Urkunden z.B. aus Breslau genau in Breslau oder in Stettin anfordern. So sagt wenigstens die Theorie 🙂 In der Praxis sieht es leider so aus, dass man sich lieber doch an das zuständige Standesamt werden soll (siehe unten). Nicht alle Dokumente befinden sich schon in dem EDV-System, die Ämter müssen miteinander kommunizieren, was natürlich die Bearbeitungszeit beeinflusst.

Was findet man in der Abschrift (nicht)?

Und noch eine Sache, die mich in den letzten Tagen sehr überrascht hat. Auf einer vollständigen Abschrift der Geburtsurkunde befinden sich gar nicht ALLE Daten aus dieser Urkunde!! Hier habe ich wahrscheinlich den Fehler gemacht, dass ich das Dokument aus dem Standesamt Nowogrodziec in dem Standesamt Boleslawiec beantragt habe – was theoretisch keine Rolle spielen sollte. Sie können sich erinnern – das EDV System 😉 Auf der Abschrift befanden sich aber keine Notizen zu der Heirat dieser Person und ich wusste, dass sie verheiratet war. Nach einer zusätzlichen Anfrage in Boleslawiec habe ich erfahren, dass ich mich direkt an das Standesamt Nowogrodziec wenden soll. Nach einer Überprüfung hat sich erwiesen, dass es die Heiratsdaten doch vorhanden waren, wurden aber in das System nicht eingeführt. Was wieder bestätigt, dass man am besten immer das zuständige Amt ansprechen soll.

Haben auch Sie irgendwelche Erlebnisse mit der Beschaffung der Urkunden, die Sie positiv oder negativ überrascht haben? Teilen Sie es den Kommentaren mit! 🙂