Urbar der Herrschaft Cosel 1578

Einer der fleißigsten Ahnenforscher die ich kenne, nämlich Stefan Guzy aus Berlin hat seine Arbeit an dem Urbar der Herrschaft Cosel aus dem Jahr 1578 abgeschlossen. So beschreibt er seinen Werk selbst:

Nach fast drei Jahren Arbeit habe ich meine Untersuchung des oberschlesischen Urbarwesens vom 15. bis zum 19. Jahrhundert beendet
und meine Edition des Urbars der Herrschaft Cosel aus dem Jahr 1578 abgeschlossen. Über 1000 Personennamen sind erfasst. Erstmalig sind
auch alle im Druck erschienenen oberschlesisches Urbare in einer umfangreichen Literaturübersicht aufgeführt. Das Buch wurde in die
neue Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher aufgenommen und erscheint in diesem Herbst in Fadenheftung und Ganzleinen.

Bis zum 1. September können Vorbestellungen zu einem stark vergünstigten Preis von 20,00 EUR abgegeben werden. Beiliegend finden
Sie ein Subskriptionsformular sowie zwei Beispielseiten (Seite 1 und Seite 2) aus dem Buch.

Ein Urbar bezeichnet ein Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und Leistungen ihrer Grunduntertanen und ist eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des Lehnswesens.

Ich glaube, es ist eine sehr gute Informationsquelle für alle, die im Raum Cosel / Oberschlesien forschen. Und Stefan hat Ihnen das Lesen der alten Schriften einfach gemacht.

Gräbersuche in Breslau

Über die Möglichkeit online nach verstorbenen und bestattenen Verwandten / Bekannten in Friedhofsdatenbanken verschiedener Städte zu suchen habe ich schon berichtet.  Heute möchte ich Ihnen diese Möglichkeit für Breslau annähern.

Unter der Adresse http://umwportal.um.wroc.pl/portal/pl/zmarli befindet sich eine Suchmaske für die Friedhöfe: Grabiszyn, Osobowice, Psie Pole, Pawłowice, Jerzmanowo, Leśnica. Andere sind NICHT enthalten!

Die Suchmaske sieht so aus:

Angenommen, wir suchen eine gewisse Emma Müller. Continue reading Gräbersuche in Breslau

Reiseziel: Schlesien

Wer in der nächsten Zeit Görlitz besucht, kann auch die neue Ausstellung im Schlesischen Museum besichtigen. Von 1.5.2010 bis zu dem 1.5.2011 ist dort die Ausstellung „Reiseziel: Schlesien“ zu sehen. Dieser Termin ist auf der Webseite des Museum zu finden, auf dem Plakat endet der Termin jedoch schon am 07.11.2010.

Der Veranstalter schreibt:

Die Ausstellung stellt einige der attraktivsten Reiseziele vor und informiert über die Geschichte des Tourismus in Schlesien seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sechzehn „Reisestationen“ laden zu einer imaginären Rundreise durch Nieder- und Oberschlesien ein. Ausgangspunkt ist der ehemalige Görlitzer Bahnhof in Berlin. Von hier gelangen die Ausstellungsbesucher nach Görlitz. Ein fast 6 Meter langes Modell des Viadukts über die Neiße in Görlitz verweist auf die Bedeutung der Eisenbahn für die Entwicklung des Reisens ab 1850. Der Weg führt weiter nach Breslau, die Hauptstadt Schlesiens mit ihrem breiten kulturellen Angebot. Von dort geht es über den Wallfahrtsort Trebnitz nach Oberschlesien, wo frühe Zeugnisse der Industrialisierung vorgestellt werden. In Österreichisch-Schlesien gibt es Interessantes über die „Bequemlichkeit“ von Postkutschen und über Reisegepäck zu erfahren.

Informationen:
Eröffnung der Ausstellung: 1. Mai 2010, 11.00 Uhr
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10.00 bis 17.00 Uhr
Entritt: Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 2,50 €, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren Eintritt frei, nur Sonderausstellung 2,50 €, ermäßigt 2,00 €
Freier Eintritt an jedem ersten Sonntag im Monat

Der Fluch der Flucht

Der Krieg ist wohl das schlimmste was es im Leben passieren kann. Vor allem, wenn man sein Zuhause innerhalb von wenigen Minuten verlassen muss uns ins Ungewisse geworfen wird. Und wen betrifft es am meisten? Die Zivilbevölkerung – ältere Leute, Fraun und Kinder. Darunter auch Mädchen.

Ich bin neulich auf einen Artikel bei „Der Spiegel“ gestoßen wo die Geschichte von Gabi Köpp erzählt wurde, vor allem über den ersten Tagen der Flucht.


Über die 14 Tage und die Vergewaltigungen hat Gabriele Köpp ein Buch geschrieben: „Warum war ich bloß ein Mädchen?“ Das Buch ist ein einzigartiges Dokument. Unter eigenem Namen und aus eigenem Antrieb hat noch keine Frau, die in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs vergewaltigt worden ist, über diese Erlebnisse geschrieben und sie zum Hauptthema eines Buches gemacht.

„Der Spiegel“ beschreibt auch gegenwärtige wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema. Bis jetzt gab es kaum Dokumente, die die Augenzeugen geschrieben haben und das noch unter eingenem Namen. Was für eine vergewaltige Frau besonders schwierig ist.

Ich selbst habe eine 10-jährige Tochter und kann mir solche Situation kaum vorstellen. Ehrlich gesagt ich vermeide auch ganz bewusst solche Geschichten. Ich weiss nicht was meinen Großmüttern passiert ist als die Russen am 24. Januar 1945 Gleiwitz „befreiten“. Ich hoffe sie wurden verschont – in der Familie wurde nichts erzählt. Aber es ist auch kein Beweiss. Und ich bete, dass es nie meiner Tochter oder mir passiert.

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Pommern Regional Group

Unsere Ahnen haben mal ihre Häuser verlassen und sind nicht nur in die heute deutsche Gebiete umgezogen, sondern auch viel weiter – nach Amerika. Es ist auch logisch, dass jetzt dort ihre Nachkommen wohnen, die in den gleichen Gebieten Recherchen durchführen wie Sie.

Eine solcher Gruppen ist The Pommern Regional Group of Minnesota.

Pommern Regional Group
Wie der Name auch sagt, die Mitglieder interessieren sich für Pommern. Auf der Seite finden Sie zahlreiche Informationen zu der Geschichte, Links zu anderen Seiten die pommerische Orte betreffen, Karten, usw.
Die Texte sind auf englisch, aber wie der Webmaster Paul Sternberg sagt, Sie können ggf. auch in deutsch schreiben. Diese Gruppe ist besonders für die Personen wichtig, die ihre aus Pommern nach Amerika ausgewanderte Familie suchen.

Insel Wollin und Usedom

Insel Wollin ist die einzige Insel, die heute ganz zu Polen gehört. Die größten Städte sind Misdroy (Międzyzdroje) und Wolin.

Es gibt eine Forschergruppe, die sich mit der Familienforschung auf der Insel Usedom und Wollin beschäftigt. Die Internetseite ist sehr informativ – mit Kirchspielen, Forschungsschwerpunkten (nach Familiennamen und nach Ortschaften), sogar Forschungsergebnissen. Die Zusammenstellung von Literatur zur Geschichte der beiden Inseln sieht sehr gut aus. Sehr informativ ist auch der Wegweiser zur Ahnenforschung auf der Insel Wollin (im pdf-Format).

Ich denke, dass es eine Schatztruhe für jeden ist, der auf den beiden Inseln seine Vorfahren sucht.

Übrigens: bei Google Books gibt es ein Buch über die Insel Wollin, das im Jahr… 1851 erschienen ist! Die Insel Wollin und das Seebad Misdroy. Historische Skizze.
Man kann es online lesen und auch runterladen.

Vermisstenliste von Marienburg

Vor einiger Zeit habe ich über dem neulich entdeckten Massengrab in Marienburg berichtet. Die Toten haben wohl ihre Ruhestätte auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo bei Stettin gefunden, aber die Geschichte geht wohl weiter. Letztens bin ich auf die offizielle Gemeinde-Vermisstenliste von Marienburg gestoßen.

Diese Liste wurde in dem Jahr 1960 von der offiziellen Meldestelle in Lübeck erstellt, ist nach Straßennamen sortiert und auf 245 Seiten beinhaltet 1840 Namen. In dem Massengrab wurden 1800 Toten gefunden – heißt es, dass die Liste das Geheimnis lüften wird? Das müssen die Historiker beurteilen, es wäre aber für die Familien eine wichtige Information.

Hier können Sie lesen, was Bild.de (!) dazu schreibt:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/10/marienburg-massengrab/liste-der-opfer.html
und hier können Sie selbst in der Liste stöbern:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/10/marienburg-massengrab/liste-uebersicht.html