Reiseziel: Schlesien

Wer in der nächsten Zeit Görlitz besucht, kann auch die neue Ausstellung im Schlesischen Museum besichtigen. Von 1.5.2010 bis zu dem 1.5.2011 ist dort die Ausstellung „Reiseziel: Schlesien“ zu sehen. Dieser Termin ist auf der Webseite des Museum zu finden, auf dem Plakat endet der Termin jedoch schon am 07.11.2010.

Der Veranstalter schreibt:

Die Ausstellung stellt einige der attraktivsten Reiseziele vor und informiert über die Geschichte des Tourismus in Schlesien seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sechzehn „Reisestationen“ laden zu einer imaginären Rundreise durch Nieder- und Oberschlesien ein. Ausgangspunkt ist der ehemalige Görlitzer Bahnhof in Berlin. Von hier gelangen die Ausstellungsbesucher nach Görlitz. Ein fast 6 Meter langes Modell des Viadukts über die Neiße in Görlitz verweist auf die Bedeutung der Eisenbahn für die Entwicklung des Reisens ab 1850. Der Weg führt weiter nach Breslau, die Hauptstadt Schlesiens mit ihrem breiten kulturellen Angebot. Von dort geht es über den Wallfahrtsort Trebnitz nach Oberschlesien, wo frühe Zeugnisse der Industrialisierung vorgestellt werden. In Österreichisch-Schlesien gibt es Interessantes über die „Bequemlichkeit“ von Postkutschen und über Reisegepäck zu erfahren.

Informationen:
Eröffnung der Ausstellung: 1. Mai 2010, 11.00 Uhr
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10.00 bis 17.00 Uhr
Entritt: Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 2,50 €, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren Eintritt frei, nur Sonderausstellung 2,50 €, ermäßigt 2,00 €
Freier Eintritt an jedem ersten Sonntag im Monat

Bücher über Danzig

Es ist wieder ein Buch erschienen, das ich Ihnen vorstellen möchte. Es handelt sich um „Atlas Freie Stadt Danzig“ (gesammelt, bearbeitet und zusammengestellt von Fritz R. Barran) Die Sammlung beinhaltet Stadtpläne, verstreute Karten, Tabellen, Listen, Statistiken, Ortsnamensverzeichnisse, kurze Ortsbeschreibungen, topographische Karten im Maßstab 1:100 000.

Der Verläger beschreibt das Werk in diesen Worten:

In der Danzig-Literatur ist in zahlreichen Veröffentlichungen der Schwerpunkt weitgehend auf die Stadt Danzig gelegt worden. Fast ganz ausgeklammert blieb bislang die Aufbereitung im speziellen Bereich der Ortspläne im Gebiet der Freien Stadt Danzig, der Orte im Land, die Lebensraum für viele Menschen waren.
Der Verfasser hat sich der Mühe unterzogen, die Gemeinden der Landkreise Danziger Höhe, Danziger Niederung und Großes Werder aus der Vergessenheit in den Blick zu bringen. Seine Arbeit betrifft die Zeit, in der Danzig Freistaat war und die Jahre nach der Wiedereingliederung in das Deutsche Reich.
Es ist ein Atlas entstanden, der die verstreuten Zeugnisse zusammenfaßt. Viele konnten als vorhanden übernommen werden, andere bedurften der Überarbeitung oder sogar der Neuaufstellung.
Dieser Danziger Atlas und das ihm beigegebene Kartenmaterial füllen eine Lücke in der Siedlungsgeschichte des Weichseldeltas aus.

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Staatsarchiv in Elbing

Ich hatte letztens Kontakt mit dem Staatsarchiv in Marienburg (eigentlich ist es das Staatsarchiv in Elbing mit Sitz in Marienburg). Ich habe dort Kopien von Geburtsurkunden beantragt, mit der genauen Angabe von Geburtsdatum und Geburtsort.  Deswegen waren die Kopien sehr billig – 2 PLN (ca. 0,50 EUR) pro Stück.  Wenn die Daten aber ungenau sind und es wird nötig zusätzliche Recherchen durchzuführen, kostet das 25 PLN / Stunde.

Bevor ich die Kopien aber bekommen habe (oder bevor das Archiv mit irgendwelchen Arbeiten gestartet hat), schickte mit das Archiv ein Schreiben mit der Bitte 4 PLN  zu überweisen, um die Kopien zu bekommen. Bei anderem Arbeitsaufwand wird die Summe natürlich anders. Diese Vorgehensweise ist wohl üblich in den Archiven.

Die Banknummer (IBAN) des Staatsarchivs lautet:  37 10101140 0206201391500000, (SWIFT werde ich noch erfahren), Bank: NBP Oddział Gdańsk.
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Der Fluch der Flucht

Der Krieg ist wohl das schlimmste was es im Leben passieren kann. Vor allem, wenn man sein Zuhause innerhalb von wenigen Minuten verlassen muss uns ins Ungewisse geworfen wird. Und wen betrifft es am meisten? Die Zivilbevölkerung – ältere Leute, Fraun und Kinder. Darunter auch Mädchen.

Ich bin neulich auf einen Artikel bei „Der Spiegel“ gestoßen wo die Geschichte von Gabi Köpp erzählt wurde, vor allem über den ersten Tagen der Flucht.


Über die 14 Tage und die Vergewaltigungen hat Gabriele Köpp ein Buch geschrieben: „Warum war ich bloß ein Mädchen?“ Das Buch ist ein einzigartiges Dokument. Unter eigenem Namen und aus eigenem Antrieb hat noch keine Frau, die in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs vergewaltigt worden ist, über diese Erlebnisse geschrieben und sie zum Hauptthema eines Buches gemacht.

„Der Spiegel“ beschreibt auch gegenwärtige wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema. Bis jetzt gab es kaum Dokumente, die die Augenzeugen geschrieben haben und das noch unter eingenem Namen. Was für eine vergewaltige Frau besonders schwierig ist.

Ich selbst habe eine 10-jährige Tochter und kann mir solche Situation kaum vorstellen. Ehrlich gesagt ich vermeide auch ganz bewusst solche Geschichten. Ich weiss nicht was meinen Großmüttern passiert ist als die Russen am 24. Januar 1945 Gleiwitz „befreiten“. Ich hoffe sie wurden verschont – in der Familie wurde nichts erzählt. Aber es ist auch kein Beweiss. Und ich bete, dass es nie meiner Tochter oder mir passiert.

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Adressbücher

Die Adresse der Vorfahren ist für die meisten Ahnenforscher von großer Bedeutung. Wenn man etwas Glück hat, steht das Wohnhaus noch heute und Sie können es besuchen.

Woher bekommt man aber die Adresse? Aus den Erinnerungen, alten Dokumenten, oder aus einem damaligen Adress- oder Telefonbuch. Die Adressbücher sind wertvoller, weil sie alle Bürger (oder besser gesagt die Hauptpersonen der Familien) enthalten; das Telefon war vor 1945 doch nicht so verbreitet wie heute.

In einem Adressbuch können sie auch die Nachbarn kennen lernen. Meine Urgroßeltern haben gegenüber den Urgroßeltern meines Mannes gewohnt – ich wette, sie haben sich gekannt. Und vielleicht finden Sie die Nachbarn als Trauzeugen, Paten oder Freunde Ihrer Vorfahren wieder? Die Nachbarbeziehungen waren früher viel enger.

Für die Aufindung der Adressbücher würde ich heute die polnischen Digitalbibliotheken empfehlen. Continue reading Adressbücher

Pommern Regional Group

Unsere Ahnen haben mal ihre Häuser verlassen und sind nicht nur in die heute deutsche Gebiete umgezogen, sondern auch viel weiter – nach Amerika. Es ist auch logisch, dass jetzt dort ihre Nachkommen wohnen, die in den gleichen Gebieten Recherchen durchführen wie Sie.

Eine solcher Gruppen ist The Pommern Regional Group of Minnesota.

Pommern Regional Group
Wie der Name auch sagt, die Mitglieder interessieren sich für Pommern. Auf der Seite finden Sie zahlreiche Informationen zu der Geschichte, Links zu anderen Seiten die pommerische Orte betreffen, Karten, usw.
Die Texte sind auf englisch, aber wie der Webmaster Paul Sternberg sagt, Sie können ggf. auch in deutsch schreiben. Diese Gruppe ist besonders für die Personen wichtig, die ihre aus Pommern nach Amerika ausgewanderte Familie suchen.

Lexikon der Vertreibungen

In den nächsten Wochen wird in Deutschland ein Buch veröffentlicht, Es gibt ein Buch, das wohl für alle Ahnenforscher die in Polen forschen wichtig sein kann. Es handelt sich um „Lexikon der Vertreibungen“ das von internationalen (auch polnischen) Autoren geschrieben wurde. Es umfasst nicht nur die Nachkriegszeit und die deutsche Bevölkerung, sondern den Zeitraum 1912 – 1999 in ganz Europa.

Lexikon der Vertreibungen - Bild



Und so wird das Buch beschrieben:

Das „Lexikon der Vertreibungen“ ist das erste Nachschlagewerk zu einem Thema, das in letzter Zeit sowohl in der Forschung wie in der breiten Öffentlichkeit heftig diskutiert worden ist. Es hat zum Ziel, den derzeitigen Stand der Forschung zur Geschichte der Deportationen, Zwangsaussiedlungen und ethnischen Säuberungen in Europa zwischen 1912 und 1999 zu bilanzieren.

Als Ergebnis einer internationalen wissenschaftlichen Kooperation umfasst das Lexikon mehr als 300 Artikel von über 100 Experten aus verschiedenen Ländern Europas. Die betroffenen ethnischen Gruppen und Akteure, die wichtigsten Vertreibungs- und Aufnahmegebiete werden im Lexikon ebenso systematisch erschlossen wie zentrale Begriffe aus Wissenschaft und Recht sowie historische Ereignisse, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitiken.

Zur Erleichterung weiterer Recherchen sind jedem Lexikontext Literaturhinweise beigegeben. Das Werk ist zudem mit einem Personen-, Orts- und Sachregister ausgestattet.

Ich hoffe, dass diese Publikation ein objektives Bild der Vertreibungen darstellt (in Polen ist dieses Thema sehr umstritten) und dass das Werk eine gute Informationsquelle für uns Ahnenforscher darstellt.